Vater mit Kindern schaut in die Weite der Meere

Was tun bei Seekrankheit? Tipps & Tricks für Familien

Vor der ersten Kreuzfahrtreise fragen sich nicht nur Eltern mit Kindern, ob sie anfällig für die so genannte Seekrankheit sind. Diese Frage führt manchmal dazu, dass Familien ganz auf eine Kreuzfahrt verzichten, da die Sorge zu groß ist, dass der Urlaub auf hoher See durch die Reisekrankheit zu einem Alptraum wird. Dabei sollten Reisende bedenken, dass nicht jeder seekrank wird und es inzwischen vielerlei Mittel gibt, die im Falle der Fälle Abhilfe schaffen. Im Folgenden erklären wir, wie es überhaupt zur Seekrankheit kommt und was man dagegen tun kann.

Ursachen

Die Seekrankheit ist eine Unterform der Reisekrankheit, die auch Kinetose genannt wird. Der Ursprung des Leidens liegt im Gleichgewichtsorgan, denn verschiedene Sinneseindrücke stehen im Konflikt zueinander. Das bedeutet, dass Betroffene die sichtbare Umgebung, zum Beispiel die Wände im Inneren des Schiffes, als gerade wahrnehmen und man stabil steht oder sitzt. Dieser optische Eindruck unterscheidet sich jedoch stark vom wahrgenommenen Schaukeln bei Seegang. Das Gleichgewichtsorgan denkt, dass der Körper andauernd in Bewegung ist und kippt. Diese konkurrierenden Eindrücke („Ich sehe nicht, dass es schwankt“ und „Ich merke, dass es schwankt“) können vom Gehirn nicht richtig verarbeitet werden.

Symptome

Seekrankheit kann sich verschieden stark äußern: Einige Menschen reagieren gar nicht oder nur leicht, andere empfinden das Schwanken sensibler. So kommt aufgrund der Entwicklung Seekrankheit bei Babys im Grunde gar nicht vor, Kinder zwischen zwei und zwölf Jahre sind häufiger betroffen. Bei einigen beginnt die Seekrankheit mit Müdigkeit, leichten Kopfschmerzen und vermehrtem Gähnen. Der Speichelfluss verstärkt sich häufig und betroffene Urlauber beginnen zu schwitzen. Nach der ersten Phase können klassische Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Costa Schiff auf ruhiger See
Blick aufs ruhige Meer

Bilder v.l.n.r.: ©Costa, ©EURESAreisen

Behandlung und Tipps

Was tun im Fall der Fälle? Wir zeigen, welche Maßnahmen Sie an Bord ergreifen können, damit das Unwohlsein schnell der Vergangenheit angehört!

Tipp 1) Blicken Sie zum Horizont

Bemerken Sie an sich selbst oder bei Ihrem Kind, dass es sich unwohl fühlt oder auffällig müde wird, begeben Sie sich an Deck und schauen Sie in Richtung Meer. Der Blick auf die Wellen und den schwankenden Horizont können dem Gehirn helfen, die gefühlten Schwankungen und die optische Wahrnehmung wieder in Einklang zu bringen.

Info

Generell gilt: Wenn Sie bemerken, dass Sie oder Ihr Kind sich unwohl fühlen, reagieren Sie so schnell wie möglich.

Tipp 2) Halten Sie sich in der Mitte des Schiffes auf

Gerade vorne am Bug und hinten am Heck sind die Schwankungen am deutlichsten zu spüren. Halten Sie sich deswegen am besten in der Mitte des Schiffes auf, wo die Bewegungen als weniger stark wahrgenommen werden.

Tipp 3) Hinlegen und schlafen

Hilft der Blick zum Horizont nicht, legen Sie sich oder Ihr Kind flach hin und schließen die Augen. Dies geht natürlich am besten auf Ihrer Kabine. Wenn Sie einschlafen ist das nicht schlimm – im Gegenteil, denn im Schlaf ist der Gleichgewichtssinn quasi nicht aktiv. Betroffene fühlen sich nach einem Nickerchen meistens besser.

Tipp 4) Nahrungsaufnahme

Auch wenn es schwerfällt: Wenn Sie seekrank sind, sollten Sie das Essen nicht vergessen! Nehmen Sie leichte Kost zu sich und verzichten Sie während der Phase des Unwohlfühlens auf fettige und exotische Speisen. Gerade für Eltern mit (Klein-)Kindern ist es eine Herausforderung, dem Nachwuchs trotz Übelkeit das Essen schmackhaft zu machen. Zögern Sie nicht und bieten den Kleinen immer wieder Nahrung an, wie zum Beispiel Zwieback. Ein Hilfsmittel, auf das Seefahrer schon seit langer Zeit schwören ist Ingwer! Es ist medizinisch nicht bewiesen, dass die Wurzel hilft, jedoch haben viele Betroffene positive Effekte festgestellt. Fragen Sie einfach an der Bar oder im Restaurant nach Ingwer oder Ingwerwasser, die Crew hilft Ihnen gerne weiter.

Blick durch das Bullauge des Schiffes auf Welle
Vom Schiff verursachte Fahrspur

Bilder: ©EURESAreisen

Tipp 5) Medikamente, Kaugummis und Armbänder

Wer eine Kreuzfahrt macht, ist immer gut beraten, Tabletten oder Kaugummis gegen Seekrankheit dabei zu haben. Oft hilft es schon, wenn man weiß, dass man sich helfen könnte, wenn das Schwanken einsetzt. Die Palette mit Hilfsmitteln ist lang, wir empfehlen, sich beim (Kinder-)Arzt oder in der Apotheke beraten zu lassen, welches Medikament das Richtige für Ihre Familie ist. Hier eine kleine Auswahl:

  • Tabletten, zum Beispiel von ratiopharm, Stada oder Vomex
  • Saft, für Kinder zum Beispiel von Vomex
  • Zäpfchen, beispielweise von Vomacur oder Vomex
  • Pflaster, zum Beispiel von Scopoderm
  • Kaugummis, zum Beispiel SUPERPEP
  • Akupressurbänder, zum Beispiel von Sea-Band
Info

An Bord von Kreuzfahrtschiffen ist stets ein Arzt vor Ort. Die Schiffe von AIDA, TUI Cruises, Costa und MSC sind allesamt mit einem Hospital beziehungsweise Medical Center ausgestattet, sodass betroffenen Gästen jederzeit geholfen werden kann.

Seegang – eine Frage der Reiseroute?

Wer eine Kreuzfahrt bucht, kann sich nie sicher ein, ob während der Reise Seegang auftritt oder nicht. Dennoch gibt es verschiedene Zielgebiete, die häufiger von hohen Wellen und Wind heimgesucht werden als andere. Prinzipiell ist Seegang überall auf der Welt möglich, in Binnengewässern tritt er jedoch seltener auf. Zu den ruhigeren Zielen zählen deshalb die Ostsee, der Orient und die Adria. Eine höhere Gefahr für Seegang besteht zum Beispiel bei Transreisen im Atlantik.

Seegang hängt jedoch nicht nur vom Zielgebiet ab, sondern auch von der Jahreszeit. So kann das Mittelmeer beispielsweise im Sommer sehr ruhig sein, in den Wintermonaten ist die See meist rauer. Eine Garantie, dass während Ihrer Reise kein Seegang auftritt, gibt es also nicht.

Zusammenfassung

Seekrank kann jeder werden – egal, ob Klein oder Groß. Die Unterform der Reisekrankheit kann sich durch Kopfschmerzen und Müdigkeit, aber auch durch Übelkeit und Erbrechen äußern. Damit das Unwohlsein nur von kurzer Dauer ist, gibt es verschiedene Tricks, die helfen können. Der Blick zum Horizont und frische Luft sind ebenso empfehlenswert wie die Nahrungsaufnahme, auch wenn das gerade bei Kindern, denen es übel ist, schwierig sein kann. Schlafen kann ebenfalls wirksam sein, denn der Gleichgewichtssinn ist dabei fast vollständig inaktiv. Zudem helfen verschiedene Medikamente, die schnell Abhilfe schaffen. Generell sollte man sich merken: Bemerkt man die ersten Symptome der Seekrankheit, sollte man so schnell wie möglich reagieren, denn dann lässt sich das schwankende Gefühl am einfachsten beseitigen.

Titelbild: ©AIDA

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