Mutter mit Kind im Pool

Schule schwänzen für den Familienurlaub: Darf man das?

Während der letzten Tage vor den Ferien passiert nichts mehr Wichtiges. Die Luft ist raus und die Klassenlehrer gehen mit den Kids nur noch Eis essen – so denken bestimmt viele Familien. Und da die Kosten für Strandurlaub, Städtetrip und Kreuzfahrt mit MSC, TUI Cruises, Costa, AIDA und Co. vor den Ferien um einiges niedriger sind, als während der schulfreien Zeit, lassen viele Eltern ihren Nachwuchs vorzeitig vom Unterricht fern. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Antrag auf Sonderurlaub

In Ausnahmefällen genehmigen viele deutsche Schulen Sonderurlaub. Zu dieser Regelung zählen zum Beispiel Hochzeiten, Todesfälle, sportliche Wettkämpfe und Turniere. Für Urlaube hingegen besteht im Normalfall kein Anspruch auf Sondergenehmigung. Die Entscheidung hängt dabei allein von der Handhabe der Schule ab. Während manche Einrichtungen dem kostengünstigeren Familienurlaub nicht im Wege stehen wollen, zeigen sich andere besonders streng, um auch die letzten Schultage produktiv für den Unterrichtsstoff nutzen zu können.

Bevor Sie also in ein Fettnäpfchen treten und eine Absage auf Ihren Beurlaubungsantrag erhalten, obwohl die Reise schon längst gebucht ist, sollten Sie sich besser beim Elternabend oder direkt bei Erziehungsberechtigten anderer Schulkinder umhören, ob es diesbezüglich bereits Erfahrungen gibt.

Handelt es sich nur um einen Zeitraum von ein bis drei Tagen, reicht es meist schon, beim Klassenlehrer anzufragen. Er ist auch der beste Ansprechpartner für die Einschätzung, ob das Kind während der fehlenden Tage wichtigen Lernstoff verpasst und ob es den Unterricht problemlos nacharbeiten kann.

Wer schwänzt, wird verwarnt

Um auf Nummer sicher zu gehen, lassen einige Eltern ihre Kinder einfach blaumachen. Der Aussage des Onlineportals schulferien.eu zufolge, registrieren die Schulbehörden an Tagen vor und nach den Ferien nicht selten eine glatte Verdopplung der Krankmeldungen. Wer zuvor einen Sonderurlaub beantragt hat, der abgelehnt wurde, macht sich natürlich besonders verdächtig. Die Schulleitung ist dazu berechtigt, jederzeit ein ärztliches Attest zu verlangen. Kann dieses nicht vorgelegt werden, droht eine Verwarnung oder ein Eintrag ins Zeugnis.

Sollte es die Lehranstalt ganz ernst nehmen und das Schulordnungsamt oder die Polizei einschalten, so kann es richtig teuer werden. Vorsätzlich gegen die Schulpflicht zu verstoßen stellt rechtlich gesehen eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit Bußgeld besraftt werden. Aber keine Panik: Damit ein rechtliches Verfahren eingeleitet wird, muss in der Regel mehr vorgefallen sein als ein einmaliges Blaumachen.

Kontrolle am Flughafen

Gegen Ende des Schuljahres schaut die Bundespolizei an so manch einem Flughafen ganz genau hin: Werden dort Kinder im schulpflichtigen Alter am Check-in gesehen, kann dies für die Familie teuer ausgehen. In den vergangenen Jahren gab es laut n-tv.de an einigen Flughäfen zum Ferienbeginn regelrechte Razzien. Weiter heißt es: „Kann die Familie dann keine Befreiung von der Schule vorlegen, darf sie zwar fliegen, nach dem Urlaub gibt es aber Post vom Schulamt.“

Abflugtafel am Flughafen Frankfurt
AIDAperla

Lohnt sich also das Blaumachen?

Nicht wirklich. Welche Kosten für einen „zusätzlichen Ferientag“ auf Sie zukommen, hängt vom zuständigen Bundesland beziehungsweise dem jeweiligen Schulamt ab. Manche Länder vergeben keine Geldstrafen für Schulschwänzer, andere fordern zwischen 50 und 300 Euro pro Tag und Kind. In Berlin beispielsweise könnte der vorgezogene Urlaub im Extremfall bis zu 2.500 Euro kosten, auch wenn einige Eltern günstiger davonkommen.

Wir empfehlen: Wenn Sie nur ein bis drei Tage vor Ferienbeginn in den Urlaub starten wollen, sprechen Sie mit dem Klassenlehrer. Riskieren Sie nicht, einen Sonderantrag auf Beurlaubung abgelehnt zu bekommen, obwohl die Reise schon gebucht ist oder sogar beim Schwänzen erwischt zu werden und eine hohe Geldstrafe zu kassieren – dann könnten Sie auch zum normalen Ferienpreis verreisen und würden damit immer noch günstiger wegkommen.

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